GTA: Liberty City Stories Review / Test
19. Dezember, 2005 von Simon
Endlich ist es soweit: Das Review zu GTA: Liberty City Stories ist fertig! Darin erfahrt ihr unter anderem, wieso man von diesem Spiel (einmal mehr) fast nicht mehr los kommt; wieso ihr eine PSP kaufen solltet, wenn ihr noch keine habt und zu guter letzt, wieso man ab und zu immer wieder seine Mutter besuchen sollte. Mehr im Test!
Um es gleich vorneweg zu nehmen: “Liberty City Stories” ist auch in der PSP Version KEIN Spiel für Kinder und gehört deshalb kaum unter den Tannenbaum. Es sei denn man legt es sich als Erwachsener selber unter den Baum in der Ecke
Liberty City olé!
Nach einem ruppigen Ausflug nach San Andreas haben die Entwickler von Rockstar das neue GTA wieder in Liberty City untergebracht. Ihr erinnert euch: Liberty City war schon der Schauplatz von GTA 3, dass damals entgültig den Durchbruch für die Serie mit sich brachte. Die
ganze Stadt wurde pingelig genau übernommen, was so manche Erinnerung hervorruft. Viele Schauplätze sind auch bei “Liberty City Stories” voll in die Missionen integriert und als Spieler erschliesst man dann fast automatisch die Parallelen zwischen den Games. Dass nicht nur die Stadt, sondern auch alte Bekannte wieder mit von der Partie sind, gefällt ebenfalls sehr gut. Die Diablos in Portland, die Yardies oder durchgeknallten Leones - Wiedersehensfreude pur ![]()
Die Geschichte ist relativ schnell erzählt. Als Toni Cipriani fängt man wie in jedem GTA ganz unten an - nämlich als Mafioso, der erste Handlanger Jobs ausführen darf. Die Loyalität zum richtigen Boss ist jedoch das Rezept, um in Liberty City aufzusteigen, und schon bald ist man selbst Capo - und schwer damit beschäftigt, “Capo di Capi” zu werden.
Das Böse in dir
Als Mafioso bestehen auch einfache Jobs natürlich nicht aus “Blumen giessen” oder “Grossmutter chauffieren” (à propos Mutter: der muss man mit der Zeit richtig aus dem Weg gehen). Nein, man wildert wie in guten alten GTA Zeiten durch die Stadt und überfällt gegnerische Banden, überfährt wichtige Zeugen, jagt Verräter, versucht Kettensägenattentaten auszuweichen oder bahnt dem Chef mit dem Scharfschützengewehr den Weg. Natürlich wird auch wieder gerast bis
zum Umfallen - von einfachen Strassenrennen bis hin zur üblen Verfolgungsjagd mit Maschinengewehreinsatz und Hubschraubern ist alles dabei. Die Missionen sind gewohnt “Rockstar-kreativ” und motivieren unheimlich. Besonders die immer wieder Kehrtwendungen annehmende Storyline ist einfach faszinierend und überzeugt durch interessante Persönlichkeiten. Wer keine Lust auf die Storyline hat, darf natürlich auch einfach “nur so” durch die Stadt brettern auf der Suche nach schönen Autos, Sprungschanzen oder Rennherausforderungen.
Keine leichte Kost
Der eine oder andere hat es sicher schon bemerkt: “Liberty City Stories” ist keine leichte Kost. Anspielungen in Wort und Bild, pure Gewalt auf den Strassen sowie Werbespots im Radio, die von Humor nur so triefen prägen das Game. Während Kinder die Wortspiele zwar kaum verstehen (zumal die Untertitel die Witze oft nicht transportieren), ist die visuelle Gewalt eher ein Problem. Mit dem Katana kann man Gegner oder Passanten köpfen, es wird wieder auf Polizisten geschossen und am Boden liegende Feinde können getreten werden. Es empfiehlt sich deshalb dringend, Kinder nicht spielen zu lassen.
A propos Witze: “Liberty City Stories” bietet die gewohnten Radiostationen für unterwegs, die mit guter Musik und witzigen Werbespots ausgestattet sind. Von Klassik bis Drum’n'Bass oder Hip-Hop gibt es für jeden Geschmack den passenden Radiosender. Wie immer hat sich Rockstar nicht lumpen lassen und auch für jeden Sender echte Hits ausgesucht. Dass dabei nicht auf den Charts-Einheitsbrei zurückgegriffen wird, ist für mich bei jedem GTA wieder eine wahre Freude.
PSP? PS2?
Grafisch ist “Liberty City Stories” schlicht überwältigend. Vielleicht überschätzt man auf dem kleinen Display die Qualität, aber es bestehen wenig Unterschiede zum oben genannten GTA 3, dass ja ebenfalls in Liberty City spielt. Die Animationen sind flüssig, die Städte, Personen und Wagen äusserst detailreich und die Ladezeiten absolut in Ordnung. Die Grafikorgie zwingt jedoch regelmässig den Akku in die Knie, weshalb man am besten in der Nähe des Ladegeräts spielt.
“Liberty City Stories” ist übrigens das erste GTA mit einem echten Mehrspielermodus. Im Ad-Hoc können mehrere Spieler sich gegenseitig durch die Stadt jagen, eine echte Erleuchtung ist der Modus allerdings nicht - eher solide Kost für zwischendurch. Interessant wäre ein Kooperationsmodus für die Storyline gewesen - schwierig zu realisieren, aber sicherlich genial im Gameplay.
Fazit
GTA: Liberty City Stories ist eine Offenbarung. Während Analysten den schlechten Start der PSP oft auf das Spiele Line-Up schoben, zeigt dieses Spiel, was alles in der PSP stecken könnte. Trotz der überwältigenden Grafik geht die Konsole nie in die Knie und auch die Steuerung wurde
komfortabel und praktisch umgesetzt. “LCS” ist ein Beispiel dafür, dass fähige Programmierer praktisch jedes PS2-Game für die PSP umsetzen könnten, und dies praktisch ohne Qualitätseinbussen. Vor diesem Hintergrund sind wir gespannt, was uns noch alles für Spiele erreichen werden. Zu “LCS” selbst lässt sich sagen, dass es eines der witzigsten und spannendsten Games für die PSP ist, dass ich je gespielt habe. Einige kleine Macken (immer noch lästige Speicherfunktion, frisst unglaublich viel Akku, Brutalität) dürften über die wahre Qualität des Games kaum hinweg täuschen. Kaufen, Freunde, kaufen!
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USK: ab 16 Jahren
PEGI: 18+
Multiplayer: bis zu 8 Spieler via Ad-Hoc
Sprache: Englisch mit deutschen Untertiteln
Preis: 44 EURO
Off. Website: Rockstar - Liberty City Stories
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4. Januar, 2006 um 4:01 pm
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