Need for Speed - Most Wanted 5-1-0 Review
5. Februar, 2006 von Simon
EA macht mit seiner Hitserie “Need for Speed” natürlich auch vor der PSP nicht Halt und veröffentlicht mit Need for Speed - Most Wanted 5-1-0 erneut satte Tuner-Action auf fast allen Systemen. Während der Spieler auf der Xbox 360 und anderen Systemen jedoch viel Freilauf hat, bleiben die Rasereien auf der PSP etwas eingeschränkt. Warum “Most Wanted” dennoch ein tolles Spiel ist, erfahrt ihr im Review.
Am Spielprinzip ändert sich natürlich auch auf der PSP nichts. Es geht darum, als tollkühner Raser ein Auto zu kaufen, mit dem nötigen Kleingeld aufzu”pimpen” und seinen Gegnern auf der Strasse Abgase ins Gesichts zu blasen. Auf der Xbox 360 und anderen Systemen klingt
zusätzlich verlockend, dass man sich in einer Stadt namens “Rockport” frei bewegen und umherfahren darf - auf der PSP hat wohl der Speicher nicht gereicht, denn hier bleibt man immer auf den vorgegebenen Strecken. Schade, denn so fehlt irgendwie völlig das Gefühl einer echten Stadt mit einer echten Tunerszene.
15 + 1 freundlicher Mitfahrer
Herzstück von “Most Wanted” sind die Blacklistfahrer. Dabei handelt es sich um 15 Kontrahenten, die man nach und nach alle bezwingen muss. Um in der Blacklist einen Platz vorzurücken, muss man diverse Rennen und Aufgaben gewinnen, so das gut und gerne 75 Rennen (minimal) auf euch zukommen. Gefahren wird im Normalfall gegen drei Gegner, die euch - “Need for Speed”-like - jeweils alles abverlangen. Gesteuert wird dabei mit dem Steuerkreuz oder mit dem Analogbutton. Wir mussten uns letzteres angewöhnen, da der Wagen unter dem
Einsatz des Steuerkreuzes immer nach links zog. Aber kein Grund zur Aufregung - vermutlich haben die wochenlangen Ausflüge in Liberty City einfach den analog Button versaut.
Zurück zum Game: Dort machen euch nicht nur die Gegner, sondern auch die Polizei das Leben schwer. Je gefährlicher ihr fahrt und je schneller ihr unterwegs seid, desto eher habt ihr eine Polizeikarre am Hintern. Die Polizisten sind extrem schnell und kaum abzuschütteln, ausser sie krachen in ein entgegenkommendes Fahrzeug. Ansonsten gestaltet sich ihr Fahrstil extrem mühsam: Man wird gerammt, geschoben, gequetscht. Oft führt das zu unfreiwilligen Drehern und schlenzern, was gerade in zeitkritischen Missionen jeweils das “Aus” bedeutet. Extrem frustrierend und auch etwas unfair.
Immer im Grüppchen
Habt ihr euch auch manchmal gewundert, wieso dass man bei gewissen Rennspielen fast nicht verlieren kann? Der Grund ist einfach: Dank einer komisch programmierten KI sind die Mitstreiter je nachdem schneller oder langsamer. “Most Wanted” ist genau so ein Kandidat: Ist der Spieler schnell unterwegs, dann nützen alle Upgrades und Abkürzungen nichts: Die Gegner sind immer höchstens ein paar hundert Meter hintendrein. Umgekehrter Fall: Nach einem üblen Unfall holt man die anderen Fahrzeuge innerhalb von wenigen Sekunden wieder ein, obwohl die schon lange über den Berg hätten sein sollen. Verdikt: Unsauber. Dafür fahren die Gegner anständiger als die Polizei und lassen sich auch vom Spieler mal abdrängen.
Import- und Tuningpower
Das Tunerfieber scheint ungebrochen zu wirken. Auch in “Most Wanted” darf der Spieler seinen Wagen sowohl Innen als auch Aussen mit allerlei hübschen Accessoires ausstatten. Die Kohle dazu gibts aus gewonnenen Rennen. Während Upgrades für den Motor, das Getriebe oder die Bremsen zwingend nötig sind, um zu gewinnen, bringen optische Verbesserungen nur dem Spieler etwas. Neue Spoiler, getönte Scheiben, grössere Felgen: Die Garage macht Spass, auch wenn die Reichweite an Ersatzteilen deutlich kleiner ist als auch schon.
Nebst neuem Zubehör gibt es natürlich etliche teure Karren freizuschalten. Je höher man in der Blacklist aufsteigt, desto besser und schneller werden die Autos, die man gegen Bares eintauschen kann. EA hat sich dabei einmal mehr ein paar Lizenzen geholt und einmal mehr muss man gestehen: Es macht einfach mehr Spass, mit einem “echten” Fahrzeug Unfug anzustellen als mit erfundenen Kutschen.
Technik und Ausstattung
“Need for Speed - Most Wanted 5-1-0″ sieht optisch super aus. Die erwähnten Edelkarossen sind eine schöner als die andere und egal ob Nachtfahren, Verfolgungsjagden oder Garage - die Grafik macht eine gute Figur. Selten sind uns Ruckler vorgekommen, die aber kaum einen Einfluss aufs Spielgeschehen haben. Passend zu einem Rennspiel von EA wurde auch wieder viel prominente Musik eingebaut, welche die nötige Raserstimmung schafft. Hut ab - da kann man kaum noch etwas verbessern.
Enttäuschend hingegen sind die (im Vergleich mit der Xbox 360 Version) weggefallenden Videos. Dadurch geht nicht nur viel Stimmung, sondern auch die ganze Story verloren, was auch den “Karrieremodus” mit der Blacklist ziemlich unmotivierend gestaltet. Dafür gibt es die Möglichkeit, auch als Cop die Strassen von Blackport unsicher zu machen - oder jedenfalls die gerade vorgegebene Strecke. Es empfiehlt sich, nach jeder Frustrationsrunde als Tuner schnell eine Runde als Cop einzulegen um die Laune hochzuhalten
Fazit
Auf den ersten Blick bietet sich dem Spieler ein gemischtes Bild: Auf der einen Seite die fantastische Grafik und die coolen, gut fahrbaren Autos, auf der anderen Seite die masslose Enttäuschung über eine fehlende Story, mühsame Polizeiwagen und fehlende Modi. “Most Wanted” wirkt etwas unausgegoren und irgendwie wie eine Demo der grossen Konsolenversion. Doch hat man sich erstmals an die Steuerung gewöhnt, muss man eingestehen: So schlecht ist das Game nicht. Die einzelnen Rennen sind zwar storymässig nicht verbunden, eignen sich aber gerade dadurch noch mehr für eine schnelle Runde zwischendurch. “Most Wanted” ist also garantiert keine Erleuchtung, aber ein solides Renn- und Tunergame. Wer die Wahl hat zwischen der Version für die PSP oder für die PS2 oder Xbox sollte aber dennoch sicherlich zur “grossen Version” greifen.
Mehr Screenshots gibts hier!

USK: Ab 12 Jahren
PEGI: 3+
Multiplayer: 2-4 Spieler
Sprache: Deutsch
Preis: CHF 79.-
Off. Website: www.needforspeed.com
3. März, 2006 um 11:11 am
[...] 15 schwere Jungs und unzimperliche Mädchen Need for Speed: Most Wanted bietet ein nettes Intro, das man sich aber kaum mehr als einmal ansehen wird. Danach hat man die Wahl zwischen einem schnellen Rennen, einer Karriere, und so weiter. Die meisten werden sich für ein kurzes “Einfühlen” mal eben auf die Strasse begeben um später eine Karriere zu starten. Das Ziel dieses Herzstücks des Spiels ist es, der Topfahrer von Rockport zu werden. Leider ist man noch nicht einmal auf der Blacklist und ein richtig armer Schlucker. Auftritt Mia: Die hübsche junge Dame hilft einen aus irgendeinem Grund aus der Patsche und versorgt einen prompt mit etwas Kohle. In der Autogarage wählt an eines von vier zu Beginn frei geschalteten Fahrzeuge und nimmt die ersten Rennen in Angriff. Die Story wird von nun an eigentlich nur noch über einkommende SMS oder Voicemails weitererzählt. Ab und zu folgt eine sehr kurze Sequenz mit Mia, aber im Normalfall läuft alles über das Messagezentrum des Spiels. Trotz der eher mageren Ausführung ist die Story eine motivierende Sache und entwickelt sich im Laufe immer weiter. Im Gegensatz zur PSP Version (siehe Review), wo die Story komplett fehlt, hat EA wirklich gute Arbeit geleistet. [...]