Street Riders PSP Review
“Drive-By” nennt sich ein in Ghettos populäres Schiess-den-anderen-tot-Spiel: Einfach mit einer Knarre im Wagen vorbei fahren und aus dem fahrenden Auto ballern. Das man diese Kunst sogar perfektionieren (sprich: mit SUV und Raketenwerfer) und in ein Game verarbeiten kann, zeigt uns in diesem Falle Ubisoft. Street Riders ist nichts für kleine Möchtegern-Gangsters oder Fiat Punto Fahrer. Nur die Schnellsten und Stärksten überleben. Mehr zum Game in unserem Review!
Street Riders ist ein relativ simples, aber eingängiges Spiel. Wie man aus dem Intro schon entnehmen kann, geht es darum, nicht nur als erster über die Ziellinie zu kommen,
sondern wenn möglich mit Waffengewalt andere Karren und Gangster kalt zu machen. Mit steigendem “Niveau” (sprich erreichten Silber- oder Goldmedaillen) schaltet man sich nach und nach neue Homies, Autos (vier Klassen sind verfügbar) und Waffen frei. Dabei steht von der Pumpgun über automatische Waffen bis hin zu echten Riesenböllern alles zur Verfügung. Auch Minen darf man einsetzen, die allerdings erst explodieren, wenn der bedauernswerte Hintermann drüber fährt. Es existiert sogar extra ein Minenmodus, in dem man die gegnerischen Fahrzeuge nur mit den passiven Knallern bekämpfen darf.
Deathmatch pur
Die normalen Missionen sind relativ linear, bieten sich aber durchaus auch für mehrmaliges Durchspielen an. Die Entwickler haben ihrer Fantasie freien Lauf gelassen und extrem
abwechslungsreiche Szenarien kreiert. Vom obligatorischen Wasserkanal (LA lässt grüssen) bis hin zum mehrstöckigen Parkhaus wird alles auseinander genommen. Wer genug von den Missionen hat, darf sich auch im Deathmatch Modus in einer Arena austoben oder den witzigen Mehrspielermodus ausprobieren. Ubisoft hat sich hier nämlich wirklich Mühe gegeben und ein System entwickelt, bei dem jeweils zwei Spieler zwingend zusammenarbeiten müssen. Spieler 1 ist für das Fahren zuständig und kann auch nach hinten schauen (zum Beispiel zum Minenlegen). Spieler 2 hat die Ballerfunktion und kann den Turbo zünden. Da beide voneinander abhängig sind, ist stetige Kommunikation unerlässlich. Wählen zwei Spieler denselben Wagen (via WLAN) sind sie automatisch ein Team. Tönt etwas kompliziert, macht aber einen Heidenspass. Hut ab, Ubisoft! Echte Homies machen übrigens auch das Internet unsicher mit ihren bewaffneten Karren unsicher.
Ballerfinger ahoi
Wie bei den meisten Actionspielen zeichnet sich auch Street Riders durch eine einfache, aber mehr oder weniger genau Steuerung aus. Der schiessende Gangster zielt
automatisch, so dass man sich nur noch um die Richtung kümmern und ab und zu die Waffe wechseln muss. Aufpassen muss man vor Crashes und Karambolagen - diese schaden nicht nur dem Fahrzeug, sondern verhindern auch, dass man die nächsten Sekunden weiterschiessen kann. Besonders lästig ist dies im Mehrspielermodus, da die paar Sekunden schon reichen, um das Zeitliche zu segnen.
Die Präsentation reiht sich nahtlos in die aktuelle Reihe von Baller- und Ghettospielen ein. Nach San Andreas und Get Rich or Die Tryin bietet auch Street Riders eine deftige Sprache, viel schwarze Beats und Ghettomentalität. Wer damit nicht klar kommt, sollte am besten die Finger von diesem Titel lassen.
Beats’n'Speed
Die Grafik ist nicht wahnsinnig überragend, aber für ein Renn- und Actionspiel dieser Art sehr gut geeignet. Bei hohen Geschwindigkeiten zaubert die Engine schöne Verwisch-Effekte auf den Screen und auch die Lichteffekte sind nicht von schlechten Eltern. Autos werden physikalisch mehr oder weniger korrekt verschrottet und nebst den Karren kann man auch sonst so Einiges zerstören. Nicht gerade Full Auto, aber durchaus spassig.
Fazit
Street Riders ist pure Action direkt aus dem Ghetto. Überzeichnet, arcademässig
und ziemlich schnell - pure Unterhaltung eben. Während die technische Seite des Spiels durchaus in Ordnung geht, gilt es beim Single Player Modus kleine Abspriche zu machen. Die linearen Missionen sind witzig, verlieren aber, wenn man das Spiel genügend gespielt hat, einfach ihren Reiz. Anders der gute Mehrspielermodus, der immer wieder für eine Runde gut ist. Ein perfektes Spiel für Zwischendurch und für Gamer, die genügend Kumpels mit PSPs zur Hand haben.
Mehr Screenshots gibts hier! (coming soon)

USK: ab 16 Jahren
PEGI: 16+
Multiplayer: bis zu 8 Spieler
Sprache: Deutsch
Off. Website: www.ubi.com
