MegaMan Powered Up PSP Review
12. Mai, 2006 von Simon
MegaMan droht langsam aber sicher schon eine Legende auf der PSP zu werden - und das, obwohl die Konsole selbst kaum zwei Jahre draussen ist. Nach Maverick Hunter X macht sich die Comicfigur in MegaMan Powered Up mit gänzlich neuer Grafik an weitere Herausforderungen. Warum Nostalgiker unbedingt ein Auge auf dieses Spiel werfen sollten, erfahrt ihr in unserem Review!
MegaMan ist ursprünglich ein NES-Klassiker, der nun schon zum wiederholten Mal auf anderen Konsolen verbraten wird. Die Story hat man jedoch unverändert übernommen und zeigt diese (in der Spielegrafik) nach dem Gamestart. Der fiese Dr. Wily will, wie könnte es anders sein, die Weltherrschaft an sich reissen. Dazu klaut er die Roboter des Einstein-ähnlichen und natürlich lieben Dr. Light und verwandelt sie in verbrecherische Monster. Ein Fall für MegaMan!
Und alle werden zufrieden sein
.. denn Capcom wollt es auch allen recht machen. Dazu hat man das Spiel gleich auf zwei verschiedene Arten ausgelegt: Die erste zeichnet das NES-Game in jeder Einzelheit nach, vom
Schwierigkeitsgrad über die Anordnung der Levelelemente bis hin zu den Farben. Einzig die Grafik hat sich verändert und brilliert (wie schon bei Maverick Hunter) mit gut animierten und flüssigen 3D-Modellen. Der neue Modus hingegen zeichnet sich durch eine flexiblere Levelgebung aus, die verändert und heutigen Verhältnissen angepasst wurde. Vom Spielprinzip her gilt aber bei beiden Modi dasselbe: Megaman Powered Up ist ein klassisches Jump’n'Run mit Ballerelementen. Im Vergleich zu Maverick Hunter erscheint dieses Spiel eher etwas Sprunglastiger und spielt mehr in Gewölben als unter freiem Himmel. Vorteilhafterweise hat Capcom dem neuen Modus gleich drei Schwierigkeitsgrade spendiert, die zudem sogar für jeden Level gesetzt werden dürfen. Dies macht es für Anfänger etwas einfacher, auch mal einen Erfolg zu erzielen.
Die werte Gegnerschaft
Im neuen Modus kommen zu den altbekannten Endfeinden (in Form von Dr. Lights Robotern) noch weitere zwei hinzu. Timeman und Oilman machen einen gehörig das Leben schwer. Besonders witzig ist Oilman, denn wie der Name schon sagt - Öl ist Programm. Sogar MegaMan
verlässt da ab und zu die Kraft, so dass es ihn in hohem Bogen auf die Nase haut. Besiegt man einen der Roboter nur mit dem Mega Buster, darf man übrigens in seine Haut schlüpfen und die ganzen Abenteuer nochmals bestehen. Allerdings ist dies kein Zuckerschlecken, da er nur über seine Spezialwaffe verfügt. Auch der härteste Schwierigkeitsgrad treibt einen übrigens öfters an den Rand der Verzweiflung aber hey - echte Kämpfer lassen sich davon nicht einschüchtern! ![]()
Mit den freigeschalteten Robotern darf man übrigens auch bei je 10 Challenges antreten. Dabei handelt es sich um kurze Spielstücke, bei denen man zum Beispiel ohne Waffen antreten muss, reine Jump’n'Run Einlagen meistern oder nur Bossgegner bekämpfen muss. Insgesamt 100 Challenges erwarten den mutigen Robotermeister und auch hier gilt: Wer keine Nerven hat, sollte lieber die Finger davon lassen. Pure Härte!
Mach den MegaMan!
MegaMan selbst darf man zwar nicht machen (wobei es uns egal ist, was ihr in euren Wohnzimmer macht ;)), aber man darf sich seine eigenen Levels zusammenstellen und diese sogar per WiFi mit Kollegen tauschen. Der Leveleditor ist recht einfach zu bedienen, bietet denn aber auch einige Einschränkungen. So dürfen zwar die Levelelemente frei angeordnet werden, es gibt aber ein Limit für die Anzahl an Feinden. Zudem kann man nicht alle Feind- und Levelelemente frei kombinieren, sondern man muss sich zuerst auf eine Levelart festlegen und kann dann nur aus deren Repetoire schöpfen. Schade, denn hier hätte Capcom dem Spieler die Möglichkeit geben können, wilde Levels und funkensprühende Fantasiewerke zu erschaffen. Aber auch so macht es Spass, denn auch Endgegner wollen gesetzt sein (und dies sogar unter Angabe derer Lebensenergie). Wer Kollegen hat, die sich gerne mal die Zähne an einem Game ausbeissen, weiss jetzt, was zu tun ist
MegaRiesenMan?
Von Maverick Hunter her waren wir einen recht kleinen, dünnen MegaMan gewohnt. Nicht so bei Powered Up: MegaMan tritt hier deutlich grösser und runter auf den
Screen. Der ganze Grafikstil wurde massiv verändert und tendiert eher in Richtung witzig und süss. Auch die Farbgebung und sogar die Endgegner wirken irgendwie nett und freundlich, was in krassem Gegensatz zum harten Schwierigkeitsgrad steht. Nichts desto trotz ist die grafische Darstellung gelungen und auch bei den Soundeffekten hat Capcom alles richtig gemacht. Alles in allem ist die grafische Darstellung erneut die grösste Kehrtwendung dieses MegaMan Remakes, so dass der eine oder andere vielleicht keine Freude dran hat. Für Neueinsteiger bietet sich dieses Problem natürlich nicht - vielleicht auch besser so.
Fazit
MegaMan Powered Up bietet eine Menge fürs Geld. Der alte NES-Stil, die neuen Levels, ein Editor, die Challenges, die Möglichkeit mit anderen Robotern das Spiel nochmals zu spielen - da darf man sich wirklich nicht beklagen. Auch die Grafik und der Sound sind objektiv gesehen gut gelungen. Zudem schafft es Capcom problemlos, der recht toughe Schwierigkeitsgrad mit bunter Bonbon-Grafik und kindlichen Figuren zu verknüpfen, so dass auch Erwachsene Stunden hinter dem Screen verbringen können.
Veteranen wird der neue Look vielleicht nicht zusagen. MegaMan verliert dadurch tatsächlich etwas seiner Identität, die ihn früher von anderen, ebenfalls farbigen Jump’n'Runs abgehoben hat. Aber seien wir ehrlich - die NES Zeiten sind defintiv vorüber.
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USK: ab 6 Jahren
PEGI: 3+
Multiplayer: -
Sprache: Deutsch
Preis: CHF 69.-
Website: www.capcom.com
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