Medal of Honor Heroes Review / Test
Mit einem der ersten 3D-Shooter auf der PSP Furore machen? Tönt etwas nach einem zum Untergang verdammten Abenteuer, ähnlich der Idee “Strategiespiele auf Konsolen”. EA probiert es trotzdem und setzt dabei sogar den Ruf der bekannten Medal of Honor Serie aufs Spiel. Mit Medal of Honor Heroes soll demonstriert werden, dass auch auf der PSP trotz fehlendem, zweitem Analogstick viel actiongeladene Spannung möglich ist. Mehr dazu in unserem Review.
Mit Heroes hat, um es vorneweg zu nehmen, EA das Rad nicht neu erfunden. Der Titel beinhaltet zwar komplett neue Levels, bezieht sich jedoch stark auf die Protagonisten der anderen Spiele der Serie. Veteranen dürften das Gameplay also sehr bekannt vorkommen und abgesehen von einer gelungenen Umsetzung wurde keine Zeit in neue Ideen investiert. Ist aber nicht weiter schlimm - Hauptsache die PSP hat ihren ersten (funktionierenden) Egoshooter, nicht wahr?
Lüften wir den Vorhang…
.. und erklären die Steuerung des Spiels. Als Soldat im Zweiten Weltkrieg schlüpft der Spieler in
die Rollen von Figuren wie Jimmy Patterson oder William Holt, allesamt aus früheren Games bekannt. Gespielt wird aus der First-Person-Sicht, was bei der PSP unweigerlich zu einem Problem führt: Wie gestaltet man die Steuerung? Da im Gegensatz zu den grossen Konsolenbrüdern ein Analogstick rechts fehlt, musste sich EA eine Alternative einfallen. Herausgekommen ist eine interessante Lösung: Es gibt nämlich gleich mehrere Steuerungsschemata. Als Standard-Steuerung wurde eine eher unbrauchbare Variante ausgewählt, aber die folgende Idee hat sich bei uns im Test sehr gut bewährt: Mit dem Analogstick links auf der PSP schaut man umher. Bewegt wird die Figur mit den vier Aktionstasten rechts. Die Lösung erinnert an den PC, nur dass dort umgekehrt mit der linken Hand bewegt und mit der rechten die Sehrichtung gelenkt wird. Nach einiger Zeit hat man so tatsächlich auch auf der PSP seinen Charakter recht gut im Griff, was auch bitter nötig ist - online wartet starke Gesellschaft!
Graaanaaateeee!
Wie von den anderen Heroes Spielen gewohnt, zieht man als einfacher Soldat durch
die Schlachtfelder des Zweiten Weltkriegs und erledigt Missionen. 15 sind es an der Zahl, 5 pro Schauplatz. Die Zahl selbst sagt nicht sehr viel aus, aber lasst euch gesagt sein: Die Spielzeit des Games ist sehr kurz. Die Kampagne kann man problemlos unter 10 Stunden erledigen, so dass anspruchsvollen Gamern “nur” noch der Mehrspielermodus übrig bleibt. Enttäuschend, aber immerhin sind es 10 spassige Stunden.
Dem Spieler zur Seite stehen in den meisten Missionen computergesteuerte Mitstreiter. Die geben in Medal of Honor Heroes leider einigen Anlass zur Kritik. Abgesehen davon, dass sie völlig unpersönlich sind, schiessen sie einen öfter in den Hintern oder lassen gar eine saftige Granate im falschen Moment fallen. Zum Glück hat EA das Problem erkannt und wenigstens bei den Schüssen Verletzungen in den eigenen Reihen ausgeschaltet. Man kann die eigenen Mannen also nicht treffen und umgekehrt auch nicht. Tote und Verletzte ab ungeschickt geworfener Granaten gibt es aber leider trotzdem genug. Allgemein ist die KI noch verbesserungswürdig.
Im Gegensatz etwa zu den beiden SOCOM Spielen für die PSP gibt es keine automatische Zielerfassung. Man muss also den Gegner manuell anvisieren. Persönlich gefällt mir die Variante viel besser und dank der akkuraten Steuerung funktioniert dies mit etwa Übung auch problemlos.
Unterwegs in Belgien
Gespielt wird in Belgien, Italien und Holland. Die Levels wurden den entsprechenden Ländern angepasst und überzeugen mit sehr schön gestalteten Landschaften und Gebäuden. Auch die Animationen der Figuren sind flüssig (und bleiben es übrigens auch im Mehrspielermodus). Kleine aber feine Details wie schön ausgearbeitete Fassaden und passende Texturen überzeugen. Einzig die etwas steril wirkenden Gesichter der Soldaten sind leider nicht gerade das Gelbe vom Ei. Ansonsten gibt das Spiel grafisch wirklich kaum Anlass zur Kritik - sehr gut! EA-typisch weiss auch die Musik sowie die Soundeffekte zu gefallen, die beide mit der Grafik gut harmonieren. Technisch kann man an Medal of Honor Heroes also wirklich nichts aussetzen.
Multiplayer mit 32 Gamern!?!
Ich dachte schon die PSP hätte irgendwie ein Limit auf ein absolutes Maxima von 16 Spielern
eingebaut. Doch nach eineinhalb Jahren belehrt mich EA eines besseren und offeriert in Heroes tatasächlich einen Mehrspielermodus mit 32 Gamern. Eine wirklich satte Leistung, vor allem da sich auch bei schweren Feuergefechten und vollbesetzten 32 Slots kaum Einschränkungen bezüglich der Geschwindigkeit zeigen. Leider völlig unbrauchbar ist die Chat-Funktion - würde es hier noch die Möglichkeit geben, wie bei SOCOM auf ein Headset zurückzugreifen, könnte man sich richtige Heroes Turniere problemlos vorstellen. Hoffen wir, das auch noch andere Hersteller auf den Zug springen und ihren Spielen 32 Gamer verpassen, denn es macht wirklich Spass online. Toll!
Fazit
Medal of Honor Heroes bietet eine sehr gute Technik, einen genialen Mehrspielermodus und ansonsten ein solides Gameplay. Innovationen und Neuerungen sucht man vergebens, was aber auch nicht sehr tragisch ist. Hinzu kommt die gelungene Steuerung, welche wohl das erste Mal beweist, wie einfach man 3D-Shooter auf der PSP umsetzen kann. Einzig die sehr, sehr kurz geratene Spieldauer ist etwas enttäuschend. Wer keine Möglichkeit hat, später online zu spielen, sollte sich überlegen, ob er (jedenfalls im Moment) den vollen Preis für ein paar wenige Stunden Spass bezahlen möchte. Ansonsten können wir jedem Fan der Serie oder von 3D-Shootern allgemein nur zum Kauf raten!
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |

USK: keine Altersfreigabe
PEGI: 16+
Multiplayer: 32
Sprache: Deutsch
Preis: CHF 69.-
Off. Website: www.ea.com










10. Dezember, 2006 um 9:55 pm
Damit hast Du mir den Mund aber ganz schön wässrig gemacht. Ich schaue schon recht lange nach einem guten Onlinegame und das hört sich ja fantastisch an. Sehr guter Testbericht!
11. Dezember, 2006 um 11:16 am
Ich habe Heroes auch schon durchgespielt und war sehr überrascht als es zuende war. Ich habe es auf dem mittleren Schwierigkeitsgrad in 3:30h durchgespielt.
In 10 stunden beziehen spielt man wahrscheinlich alle drei Grade durch O-o
Sonst hat mich nur der “tapper” sound (ich meine damit die Schritte) von den Digitalen Mitsoldaten genervt.
11. Dezember, 2006 um 7:47 pm
steuerung hört sich wie bei battlefront an!
damit kommt man ja ganz gut klar, sind nur etwas wenig tasten dann im endeffekt übrig!
12. Dezember, 2006 um 3:44 pm
Vielleicht leg ich mir MoH Heroes auch noch zu… aber erst wird MGS Portable Ops durchgezockt -> vorgestern frisch aus den Staaten eingetroffen… *jubel*
8. Januar, 2007 um 8:59 pm
hmm, gute steuerung ja? also das kann ich leider nicht unterstreichen… angestet, verzweifelt, wird nie wieder eingelegt. FPS werden dort gespielt, wo es sinn macht!
14. Februar, 2008 um 4:14 pm
klingt sehr aufregend ich kaufe mir erst eine PSP aber es macht spaß.
14. Februar, 2008 um 4:23 pm
Ich bin doof