Sega Mega Drive Collection Review / Test
Retro-Spielesammlungen gibt’s mittlerweile auf jeder Konsole zu Hauf, eine Welt ohne sie ist nicht mehr vorstellbar, genausowenig wie Remixe von 70er und 80er Songs im Radio. Und das ist gut so! Wir dürfen niemals vergessen, wo wir (die Videospieler) eigentlich herkommen: 16 Farben und 4 Musikspuren sind genug, um uns in Fremde Welten zu entführen und großen Spielspaß zu garantieren.
Zugegeben, es gibt starke Qualitätsunterschiede, sowohl in den Spielen damals als auch in den Sammlungen in denen sie heute zusammengefasst werden. Kaum ein 10-jähriger kann heute noch was mit Atari VCS2600 Spielen anfangen, das ist die Realität. Aber andere Spiele sind besser gealtert, z.B. die Titel von der Wundermaschine der frühen 90er, das Sega Mega Drive.
Nostalgie!
Ich kann schon mal vorwegschicken, dass ich mich als alter Sega-Jünger sehr über diese
Compilation gefreut habe. 28 Titel hört sich super an (obwohl es noch ein paar mehr sind), doch können diese Spiele den Test der Zeit bestehen?
Beim ersten Blick auf die Liste fällt uns natürlich sofort auf, dass hier leider nicht das Beste vom Besten drin steckt. Einige Spielspass-Garanten hat uns Sega gemeinerweise vorenthalten. Wo ist das unglaublich gute Revenge of Shinobi? Micro Machines 2 wäre der ultimative Multiplayer-Hit gewesen, der schon alleine die Anschaffung gerechtfertigt hätte. Kein Wonderboy, Toe Jam & Earl, Thunder Force, Madden NFL, Streets of Rage? Diese Liste lässt sich beliebig fortsetzen, denn der Katalog des Mega Drives ist vollgestopft mit Software-Perlen. Wollen wir hoffen, dass es eine Fortsetzung geben wird!
… und Realität: Gameplay
OK, damit hätten wir den negativen Teil abgehakt. Außer der Tatsache, dass viele wirkliche Hits leider
fehlen, gibt es nämlich nicht groß was zu meckern, denn das Aufgebot kann sich sehen lassen. Wenn man die Totalausfälle wie Altered Beast und Bonanza Bros. und auch einige nicht ganz so starke Titel wie Decap Attack, Super Thunder Blade, Alex Kidd in the Enchanted Castle und Virtua Fighter 2 ausklammert, bekommt man unterm Strich 22 Toptitel, die diese Bezeichnung auch wirklich verdient haben.
Sonic und Vectorman sind beide inklusive Nachfolger vertreten und zählen mit zu den besten 2D Jump’n Runs aller Zeiten. Puzzelfreunde kommen mit Columns und Flicky auf ihre Kosten. Für Action- und Prügelfans bieten Golden Axe 1-3, Shadow Dancer und Shinobi III stundenlange Unterhaltung. Wer ein wenig meditativ abtauchen will ist mit den Action-Adventures Ecco the Dolphin, Ecco: The Tides of Times und Ecco Jr. hervorragend bedient. Aber Rollenspieler haben definitiv den Vogel abgeschossen. Phantasy Star 2, 3 und 4 finden sich allesamt in der Sammlung wieder, dazu gesellen sich die zwei Hybriden Gain Ground und Sword of Vermillion. Alleine diese fünf Titel können (und werden) auch heute noch monatelangen Spielspass garantieren! Schließlich ist auch noch das aberwitzige und super-stylische Comix Zone mit von der Partie. Ristar und Kid Chameleon runden das ganze Bild ab.
Vom Mega Drive auf die PSP: Steuerung
Soviel zu den einzelnen Titeln, doch das Wichtigste: Wie sieht es mit der Steuerung aus? Ganz
gut eigentlich. Die meisten Spiele brauchen nur 1 oder 2 Knöpfe, wobei die Kontrolle der Charaktere auch mit dem manchmal etwas hakligen D-Pad der PSP gut gelungen ist. Probleme macht nur Ristar, weil hier viel Diagonal gelenkt werden muss. Zum Glück können die Knöpfe für jedes Spiel individuell belegt und gespeichert werden. Das klappt bei manchen Titeln besser, bei anderen weniger gut. Man hat ja zum Glück die Wahl.
Überhaupt lassen die Entwickler dem User oft die Wahl. Die Spiele können zu jeder Zeit an jedem Ort pausiert und gespeichert werden, um das nächste Mal genau von dieser Stelle wieder zu starten! Perfekt, um unterwegs eine kurze Runde einzulegen und so sieht man vielleicht auch mal das Ende, das man früher nie erreicht hat. Des weiteren werden die Highscores von allen Spielen in einer zentralen Datei abgelegt, was auch ein Vorteil gegenüber den alten Modulen ist (dort war nämlich nie eine Batterie für Highscores eingebaut). So werden die erreichten Punkte in Columns endlich auf ewig für die Nachwelt konserviert.
Kein reiner Abklatsch
Für wen sich das bisher alles schon gut anhört: In Punkto Extras geht es gerade erst los. So ist zu jedem Titel ein kleines Museum verfügbar, mit den Original Covern (PAL und US Version), eine kurze Anekdote zur Entstehung des Spiels und Tipps & Tricks, die sogar für alte Hasen hin- und wieder eine Überraschung bieten. Dann gibt es einen Extra Unterpunkt im Hauptmenü, in dem
man Allerlei entdecken kann. Durch bestimmte Ziele, die man in den Spielen erreichen muss, werden so etliche Goodies freigeschaltet: zig Interviews mit den Machern von damals, fünf frühe Arcade-Automaten von Sega (allen voran das grandiose Kongo Bongo), zwei Trailer und eine Mappe mit sämtlichen Cheats zu jedem der enthaltenen Games.
Und das Beste noch zum Schluss: Jedes Spiel, das einen 2-Spieler-Modus besitzt, kann über Netzwerk mit einem Kumpel zusammen (oder gegeneinander) gezockt werden. Diese Information wird natürlich im tollen Auswahlmenü unterhalb der Namen angezeigt.
Fazit
Es gibt schon ca. fünf ähnliche Compilations für die PSP, aber keine macht es so gut wie diese hier. Angefangen bei der großen Auswahl an wirklich guten, auch heute noch super spielbaren Klassikern, bei denen für jeden Geschmack etwas dabei ist (außer Sport), über die tolle Präsentation der Menüs, den unverzichtbaren Infos und der großen Palette an Extras: Nur so darf ein solches Produkt aussehen.
Man merkt, dass sich die Entwickler viel Mühe gegeben haben. Mit viel Liebe zum Detail wurde hier gearbeitet. Endlich ein Titel, der das Wort Abzocke im Zusammenhang mit Klassiker Sammlungen Lügen straft.
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USK: ab 12 Jahren
PEGI: 12+
Multiplayer: 2
Sprache: Deutsch
Preis: 29.95 EUR /CHF 49.-
Off. Website: www.sega-europe.com










12. Juni, 2007 um 11:30 am
Ja, es ist die beste Compilation bisher, aber auch die Activision Anthology fand ich sehr gut.