SEGA Rally Review / Test
Du scherst dich einen Dreck um Strassenregeln? Du scherst dich überhaupt einen Dreck um Strassen? Du hast die Begriffe “Leitplanken” und “Schadensmodell” noch nie gehört? Dann passt du hervorragend zur SEGA Rally Klientel. Bei der neusten Schlammschleuder aus dem Hause SEGA darf man nämlich einmal mehr hemmungslos Gas geben, ohne sich gross um Setups, Abschnittszeiten oder anderen Bla zu kümmern. Mehr über den jüngsten Ausflug der Serie erfahrt ihr im Review.
Die Urversion von SEGA Rally erschien bereits 1995 und zwar als Arcade-Automat. Manche dieser Automaten sind auch heute noch in Spielhallen zu finden und vielleicht könnt ihr euch wie ich noch dumpf an die ersten paar Runden darauf erinnern. Später erschien das Game dann auch noch für den PC sowie den Dreamcast.
Remake?
Seit damals hat sich in Punkto Spielumfang nicht allzu viel verändert, mal abgesehen vom Mehrspielermodus. Nach dem Spielstart
befindet man sich im sehr einfach aufgebauten Hauptmenü. Es gibt schnelle Rennen, einen Karrieremodus, Zeitrennen und natürlich der Multiplayerpart. Alle Bezeichungen sind selbsterklärend und auch wenn man eine Karriere startet, befindet man sich spätestens 2 Minuten später auf der Rennstrecke. Auf Optionsvielfalt hat SEGA also einmal mehr verzichtet, was sicher im Sinne der zahlreichen Fans ist.
Wie die meisten Rennspiele bietet auch SEGA Rally einige Kameraperspektiven. Das wäre denn auch genau der einzige Button, den es nebst der Schaltung (falls gewählt) und der Steuerung zu drücken gibt. Ansonsten ist man meistens mit dem Bleifuss auf dem Gaspedal und nimmt höchstens vor engen Kurven mal kurz ein bisschen Rücksicht auf den Wagen. Zerstören oder Beschädigen kann man das eigene Fahrzeug nicht - auch härteste Crahes in die Banden, andere Rallyautos oder Häuser haben keinen Einfluss auf die Performance. Wer überall reinkracht, verliert aber wertvolle Zeit, die einen insbesondere im Mehrspielermodus schnell den Sieg kosten kann. Im Single Player ist das Ganze etwas anders. Wer SEGA Rally nicht kennt, dem muss man an dieser Stelle viellicht noch mitteilen: Alleine gegen die Zeit fahren, war gestern. Hier gehts rund auf der Piste!
Ich gewinne nie! Oh… doch jetzt!
Das Herzstück des Spiels ist der Karrieremodus, wo man mit der Zeit und fortschreitendem Erfolg neue Wagen und Strecken
freischalten kann. Man heizt durch Regenwälder, über Schneepisten oder durch staubige Canyons. Die Rallywagen entsprechen übrigens alle Original Autos aus dem echten Rallyzirkus, haben ansonsten mit den grossen Vorbildern kaum etwas gemeinsam. Wer mit etwas mehr Anspruch fährt, kennt vielleicht noch den Unterschied zwischen normalen Wagen, getunten Schlitten und der Masterserie.
“Wenn schon kein Schadensmodell” dachten sich die Entwickler, “dann wenigstens coole Strecken!” Hat leider nicht immer geklappt, denn einige der Rundkurse sind nicht gerade der Hammer. Dafür haben sich die Jungs von Bugbear etwas anderes einfallen lassen, um den User bei Laune zu halten: Nämlich veränderbare Strecken. Was bei den grossen Brüdern Xbox 360 und PS3 funktioniert, scheint auch auf der PSP problemlos zu klappen. Fährt man regelmässig in derselben Fahrbahn, wird die Strecke matschiger, man bleibt mehr hängen und verliert Zeit. Genau die richtige Stelle, um bei der nächsten Runde das Überholmanöver zu starten!
A propos Überholen…
Leider nutzt SEGA Rally im Single Player einen Trick. Tief mussten die Entwickler nicht graben, den die Idee kennt man
bereits aus anderen Rennspielen. Er funktioniert folgendermassen: Um spannendere Rennkämpfe zu erleben, lassen die Programmierer die computergesteuerten Fahrzeuge mal schneller, mal langsamer fahren - je nach Position des Users. Wer zu Beginn der ersten Runden och denkt, er würde hoffungslos letzter werden, kann sich plötzlich schnell auf der zweiten oder gar ersten Position wiederfinden. Dann werden die gegnerischen Boliden wieder schneller und machen Druck. Tönt ein bisschen doof und vor allem wenn man die Reaktion des gegnerischen Fahrzeugs beim Spielen voraussagen kann, nervt es auch ein bisschen. Andererseits erlebt man so wirklich viel mehr witzige Duelle - und das macht den Reiz des Games doch aus.
Online mit drei “Freunden”
Wer lieber gegen konstant starke, dafür menschliche Gegner fährt, nutzt den Mehrspielermodus. Dort darf man auch über das
Internet auf Gegnersuche. Lokal erlaubt SEGA Gamesharing, also dass auch User ohne gekaufte Ausgabe des Games mitspielen dürfen. Die Duelle sind meistens recht flüssig und machen einen Heidenspass. Hier zeigt sich, wer trainiert hat!
Grafisch ist SEGA Rally eines der besten Rennspiele auf der PSP. Nicht nur die veränderbaren Strecken, auch die Wagenmodelle, Animationen und Streckengrafiken wissen zu überzeugen. Zudem bleibt das Game immer flüssig: Wir konnten nie einen Einbruch registrieren oder einen Ruckler verzeichnen. Einzig die Motoren tönten manchmal etwas komisch. Klar, getunte Fahrzeuge tönen anders, aber der Rasenmäher vom Nachbar hat trotzdem auf meiner PSP nichts verloren.
Fazit
Yeah, SEGA hats verstanden. Genau so muss ein Titel aussehen, der für den mobilen Gebrauch konzipiert wurde. Schnelle Rennen ohne grossen Anspruch, dafür mit viel mehr Spielspass und vollen Freiheiten im Multiplayerpart. SEGA Rally weiss auch grafisch wirklich zu gefallen. Noch kaum hat je einer schöner Dreck an meine Windschutzscheibe geschleudert. Nebst ein paar vernachlässigbaren Patzern (Motorengeräusche, KI) stört vor allem der eher marginale Umfang. Etwas mehr hätte nicht geschadet, vor allem weil nicht jeder Kumpels dabei hat, mit denen man via WLAN zocken kann. Trotzdem: Süper!
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USK: ohne Altersbeschränkung
PEGI: 3+
Multiplayer: 4
Sprache: Anleitung D, F InGame: E
Preis: 49.89 EUR /CHF 75.-
Off. Website: rally.sega-europe.com/en













17. Oktober, 2007 um 5:20 pm
Ich habe die PC Demo gespielt und war gerade deswegen begeistert, weil sich die Strecken defomiert haben. Wenn man quer über eine Schlammpiste gerutscht ist, hat es auch Versenkungen gegeben. Ist man nachher in einer der Rillen gefahren, reagierte das Fahrzeug relativ realistisch darauf. Es schien so, als fährt man mit seinem eigenen Auto darüber.
Gibt es das Feature auch in der PSP Version?
17. Oktober, 2007 um 7:10 pm
Yap. Ich zitiere: “Nämlich veränderbare Strecken. Was bei den grossen Brüdern Xbox 360 und PS3 funktioniert, scheint auch auf der PSP problemlos zu klappen. Fährt man regelmässig in derselben Fahrbahn, wird die Strecke matschiger, man bleibt mehr hängen und verliert Zeit. Genau die richtige Stelle, um bei der nächsten Runde das Überholmanöver zu starten!”
17. Oktober, 2007 um 7:12 pm
Nein!