Syphon Filter: Logan’s Shadow Review / Test

Syphon Filter: Logan's Shadow ReviewDie ununterbrochene Flut von militärischen Shootern hat bisher die PSP elegant umschifft. Abgesehen von ein paar Ausnahmen, namentlich der SOCOM-Serie, finden Freunde taktischer Action kaum gute Koste für den Handheld. Deshalb freut es uns um so mehr, dass Sony aufs Weihnachtsgeschäft mit dem neusten Abenteuer von Gabe Logan rausrückt. Syphon Filter: Logan’s Shadow spinnt wie gewohnt eine wuchtige Story rund um Agenten, Superwaffen, Terroristen und zwielichtige Politiker, fein verpackt in ein abwechslungsreiches Gameplay und gute Technik. Mehr zu Logan’s Schatten gibts im Review.

Zur Story: Der angebliche Angriff somalischer Piraten auf ein US-Munitionsschiff entpuppt sich bei näherem Hinsehen als professionelle und geplante Aktion. Was der Auftraggeber, ein mysteriöser Typ namens Cordell, mit Absicht verschwiegen hat: Die Terroristen sind hinter einer Superwaffe her, die ohne Wissen der Navy im Schiff gelagert war. Und schon sind wir mitten drin in einem Durcheinander von Geheimdiensten, Saboteuren, korrupten Politikern und schwer bewaffneten Terroristen. Der User übernimmt darin die Rolle von Gabe Logan, seines Zeichens Superagent und ausgebildet für Spezialeinsätze mit tödlicher Präzision.

Kinofeeling
Syphon Filter: Logan’s Shadow bietet dem User die Möglichkeit, relativ langsam ins Geschehen einzusteigen. Mehrere Tutorials lehren einen dem Umgang mit Waffen, das Kontrollieren der Spielfigur sowie kombinierte Aktionen wie etwa das Aufspüren Syphon Filter: Logan's Shadow Reviewvon Codes zum Knacken von später auftauchenden Schlössern. Wer den Vorgänger gespielt hat, darf die Tutorials getrost überspringen, da sich am Spielprinzip eigentlich nichts geändert hat.
Im Storymodus wird die Hintergrundgeschichte durch professionelle und spannende Zwischensequenzen vorangetrieben. Sie erzeugen ein echtes Kinofeeling und bieten jeweils einen nahtlosen Übergang in die nächste Mission. Von Beginn weg herrscht Spannung pur, auch wenn sich die Geschichte mit der Zeit etwas verliert und man erst bei mehrmaligem Durchspielen tatsächlich begreift, wer wieso wo und überhaupt. Das stört aber zum Glück nicht wirklich, denn was zählt sind die Emotionen, und die werden von den Cutszenes entsprechend geschürt. Dem fiesen Cordell möchte man am liebsten eine runterhauen; genüsslich sprengt man die Schiffe der angeblichen Piraten aus Rache für den Tod der eigenen Pilotin in die Luft.

Wie spielt sichs denn?
Logan’s Shadow offeriert dem Spieler mehrere Kontrollschemas, die eigentlich alle mehr oder weniger gut funktionieren. Normalerweise übernehmen die Buttons rechts auf der PSP die Funktion eines zweiten Analogsticks, was zwar etwas langsam, aber Syphon Filter: Logan's Shadow Reviewmehr oder weniger präzise klappt. Wer will, kann sich auch sein individuelles Schema zusammenstellen.
Die Missionen sind kaum geplant und basieren auf Improvisation. Oft ändert sich während eines Abschnitts euer Auftrag. Allerdings spielen sich die Aufträge trotzdem linear, eine dynamische Missionsentwicklung, welche auf dem Einfluss des Users basiert, gibt es nicht. Gesteuert wird Logan aus der Third-Person-Sicht, also ähnlich wie bei der SOCOM-Serie oder Metal Gear Solid: Portable Ops. Mit zahlreichen Waffen ausgestattet, schleicht man sich durch Gänge, verschneite Wälter oder Häuserruinen, erledigt Feinde so leise es geht oder ballert sich, nachdem man entdeckt wurde, mit entsprechender Feuerkraft durch die Gegnerhorden. Während die Feuergefechte leider manchmal etwas repetitiv wirken, sind die Missionen ansonsten extrem abwechslungsreich: Mal muss man klettern, mal dem Kumpel unter Wasser eine Mine beiseite schieben, mal aus einem Helikopter aus mit dem MG den Feind beharken. Über Langeweile darf man sich also keineswegs beklagen.

Ein bisschen wie Sam Fischer…
Grundsätzlich ist es immer von Vorteil, wenn man sich bei Logan’s Shadow möglichst leise bewegt. So kann man nicht nur Munition sparen, sondern sich auch in aller Ruhe ein Bild von der Situation machen. Das Arsenal beinhaltet standardmässig eine Syphon Filter: Logan's Shadow Reviewschallgedämpfte Pistole sowie ein Multifunktionsgewehr, mit dem man auch verschiedene Sorten von Pfeilen abschiessen kann. Zudem lässt jeder Gegner nach dem Ableben eine Waffe oder Munition liegen, die man sich unter den Nagel reissen darf. Darunter finden sich auch schwere Kaliber wie Kalaschnikows oder Schrotflinten.
Auch wenn viel geballert wird, ist Syphon Filter: Logan’s Shadow ein eher taktisches Spiel. Um vorwärts zu kommen, muss man aus der Deckung heraus agieren, schleichen, oder auch mal eine gut plazierte Handgranate einsetzen. Im späteren Spielverlauf tauchen auch immer mehr heftigere Gegner auf, die stark gepanzert sind und mehrere Magazine vertragen. Nicht unbedingt realistisch, aber eine Herausforderung im Gegensatz zu den Standardrambos, die sich einen sonst in den Weg stellen. Etwas schade ist die Tatsache, dass die KI der Gegner nicht gerade überragend ist. Aus der Deckung heraus kann man so prima den Kopf anvisieren und einen nach dem anderen wegpusten.

Voll ausgerüstet
..ist nicht nur Gabe Logan, sondern auch das Game an sich. Es bietet nämlich nebst dem Storymodus auch noch einen Missionsmodus. Dort lassen sich bereits gespielte Aufträge nochmals durchzocken, um mit einem besseren Rating abzuschliessen. Syphon Filter: Logan's Shadow ReviewAls besonderes Zückerchen haben die Entwickler dem Game einen starken Mehrspielerpart spendiert, der durch mehrere Modi und Ad-Hoc sowie Online-Funktionalität glänzt.
Grafisch überzeugt Logan’s Shadow mit einem flüssigen Gameplay, detailreicher Optik und guten Animationen. Im Vergleich zum Vorgänger haben die Entwickler das Rad zwar nicht neu erfunden, die Leistung gibt aber kaum Anlass zur Kritik. Unterstützt wird die Performance von gutem Sound mit orientalischem Flair, der auch thematisch passt. Gute Sprachausgabe (komplett lokalisiert) und tadellose Effekte runden das Gesamtangebot ab.

Fazit
Wer Spass an taktischer Action und guten Stories hat, sollte sich Syphon Filter: Logan’s Shadow unbedingt zulegen. Zwar gibt es spielerisch kaum Neues zu sehen und manchmal wiederholen sich gewisse Passagen. Aber dank der tollen Zwischensequenzen, einem ansonsten abwechslungsreichen Gameplay und einer makellosen technischen Leistung drängt das Game klar in Richtung 90er-Wertung. Nicht zu vergessen die gelungene Steuerung und der Mehrspielermodus, der nach Abschluss des eher knappen Story-Modus noch für lange Zeit unterhalten kann. Mir persönlich hat das Spiel so viel Spass gemacht wie schon lange kein PSP Game mehr. Empfehlenswert!

Steuerung

Intuitiv und im Notfall auch komplett individualisierbar

92%

Grafik

Flüssig, detailliert und mit geschmeidigen Animationen
Sound

Toll. Soundtrack wird mit der Zeit leicht repetitiv
Spielspass

Kino-Feeling und lineares Gameplay. Leider mit repetitiven Elementen, ansonsten top!
Sonstiges

Gut ausgebauter Mehrspielermodus sowie Testversion von Syphon Filter: Combat Ops inklusive

Genre: Taktische Action
Entwickler: Sony
Publisher: Sony
USK: ab 16 Jahren
PEGI: 16+
Multiplayer: 8
Sprache: D, F, I
Preis: 49.89 EUR /CHF 59.-
Off. Website: www.syphon-filter.com

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